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8.13.3 Nävi und Melanom

Zusatzinfo

Wissenswertes

Der Name „Leberfleck“ ist eine Lehnübersetzung des medizinischen Ausdrucks „Macula hepatica“, der sich auf den bräunlichen (leberähnlichen) Farbton bezieht. Das englische Wort „liver spot“ bezieht sich im Gegensatz zum deutschen „Leberfleck“ ausschließlich auf „Altersflecken“. Das Wort „Muttermal“ kommt aus dem 16. Jahrhundert, als man glaubte, dass diese Hautveränderungen durch unbefriedigende Gelüste der Mutter während der Schwangerschaft entstehen würden.

(Quelle: Wikipedia 14.7.2011)


Tipp zur Aufklärung

In der Regel werden Hinweise zum Sonnenschutz besser befolgt, wenn der Arzt nicht den Hautkrebs, sondern die beschleunigte Hautalterung als Folge übermäßiger Sonnenbestrahlung darstellt.

Primäre Prävention von Hautkrebs

Grundsätzlich sollten Sonnenbrände vermieden werden. Darüber hinaus gelten folgende grundsätzliche Empfehlungen:

  • Kinder im 1. Lebensjahr dürfen der Sonne gar nicht ausgesetzt werden.
  • Grundsätzlich sollte keine ausschließlich auf Hautbräunung ausgerichtete Sonnenexposition erfolgen.
  • Aufenthalte im Freien sollten vor allem bei Sonnenhöchststand zu den Mittagsstunden (11-15 Uhr) reduziert werden.
  • Schattige Plätze sollten bevorzugt aufgesucht werden.
  • Auch im Schatten ist auf UV-Streustrahlung vom Boden, die vor allem bei reflektierenden Wasser-, Sand- oder Schneeoberflächen beträchtlich sein kann, zu achten.
  • Bei der Wahl von Sonnenschutzmitteln ist auf einen hohen Lichtschutzfaktor sowohl im UV-B- als auch im UV-A-Bereich zu achten.
  • Die frühzeitige Anwendung (d. h. 20 Minuten vor erwarteter Sonnexposition) in ausreichender Menge (2 mg/cm2 Haut) ist zu empfehlen.
  • Nicht das regelmäßige Nachcremen und den Schutz der „Sonnenterrassen“ (in erster Linie Unterlippe, Nase und Ohrmuscheln) vergessen! (Gauwerky et al. 2009)

Tabelle. Behandlungsmöglichkeiten der aktinischen Keratose in Abhängigkeit vom Ausdehnungsgrad (Abeck u. Plötz 2007)

 

Einzelne Läsionen (< 10)

Multiple Läsionen (> 20)

Exzision

+

-

Kürettage

+

(+)

Kryotherapie

+

(+)

Diclofenac-Natrium *)

+

-

Podophyllin *)

+

-

5-Fluorouracil *)

+

+

Imiquimod *)

+

(+)

Laser (CO2/Er-YAG)

+

+

Photodynamische Therapie

(+)

+

*) „chemisches Peeling“


Behandlung des Melanoms

"Wir sind sehr angetan von den derzeit verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten beim Melanom und wir nähern uns dem Punkt, wo wir das Wort Heilung manchmal schon in den Mund nehmen können. Noch ist es ein weiter Weg. Wir sind jedoch zuversichtlich, daß wir diesen Punkt erreichen werden." - "Die Fälle der Immuntherapie und der gezielten Behandlung (Anm.: Chemotherapie) werden immer mehr verschmelzen."

(S. Goldinger und C. Höller (2016) Interview.  Hautkrebs. Weitere Fortschritte auf dem Weg zur Heilung. Dermatologie & Plastische Chirurgie 1:24-25)

 

Immuntherapeutika

Der Schweizer Onkologe Prof. Dr. Thomas Cerny befasst sich in der Zeitschrift Der Allgemeinarzt (2017) in einer Übersichtsarbeit zum Thema "Immuntherapie bei Tumoren" auch mit der Behandlung des Malignen Melanoms.
http://www.allgemeinarzt-online.de/a/wo-stehen-wir-heute-1807597


Bild eines Melanoms
Hautbefund und Betrachtung durch das Dermatoskop: schwarze punktförmige Pigmentverdichtungen am rechten Bildrand (Pfeil) und grau-blaue Areale (Asterix *), die für eine Abtropfung der pigmentierten Zellen in das mittlere Korium sprechen. Radiäre schwarze Streifen (Pfeil) mit abruptem Abbruch des Pigmentmusters zur Peripherie. Im unteren Anteil nävusartiges Bild (N). Histologische Diagnose: superfiziell spreitendes malignes Melanom (Level III, Tumordicke 0,6 mm). (Braun-Falco et al. 1991)
Nävuszellnävus
Nävuszellnävus mit typischem retikulären Muster (Pigmentnetz); diskret ist das Pigmentnetz auch in der umgebenden Haut zu erkennen (Smolle u. Mader 2005)
Nävuszellnävus
Kongenitale Nävuszellnävi sollten bis zur Pubertät entfernt werden, da sie im späteren Leben Ausgangspunkt eines maligen Melanoms sein können (Smolle u. Mader 2005)

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