Mader : Fakten - Fälle - Fotos®
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8.16 Licht- und Berufsdermatosen

Zusatzinfo

Tabelle. Gasförmige, staubförmige und ähnliche (volatile) Schadstoffkontakte bei Berufsdermatosen

Schadstoffe

Berufe und Betriebe

Metallstaub (Nickel, Chrom, Kobalt)

Metallbetriebe

Baustaub (Chrom)

Tunnelbau, Baustellen, Betonwarenfertigung

Kunstharzdämpfe (Epoxide, andere Kunstharze und Härter, Atopie!)

Modellbau, Zahntechnik, Bodenleger

Desinfektionsmittel (Formaldehyd, Atopie!)

Krankenhausmilieu

Friseurchemikalien (Blondiermittel, Atopie!)

Friseure

Lötdämpfe (Kolophonium)

Elektronikbranche

Düngemittel

Landwirtschaft

Entwicklerchemikalien

Fotobranche

Arzneimittel

Pharmaindustrie


Fallbeispiel

Kasuistik 8.16-1: „Früher habe ich die Sonne so gut vertragen – und jetzt bekomme ich immer diesen Ausschlag“

Bei der 28-jährigen Patientin treten seit einigen Jahren stets am Beginn der Sonnensaison Ausschläge auf, die im Laufe des Sommers nachlassen. Ein Schub kommt etwa 1 Tag nach Sonnenexposition und klingt dann im Verlauf mehrerer Tage ab. Derzeit finden sich diskrete, rötliche, urtikarielle Plaques an den Armen und am Dekolleté. Es liegt das Bild einer polymorphen Lichtdermatose vor.

Es wird ein potenter Lichtschutz gegen UV-B und UV-A verordnet und eine weitere Abklärung beim Spezialisten veranlasst.

Kommentar:

Die polymorphe Lichtdermatose – im Volksmund „Sonnenallergie“ genannt – ist wahrscheinlich auf einen endogenen, noch nicht definierten Photosensibilisator zurückzuführen. Das auslösende Spektrum ist meist UV-A-Licht.

Typisch sind der Verlauf und die Verteilung: Erster Schub am Beginn der Sommersaison; die Intensität weiterer Schübe lässt im Laufe des Sommers meistens nach. Von Jahr zu Jahr können die Beschwerden zunehmen. Befallen sind v. a. jene Körperregionen, die nicht immer, sondern nur gelegentlich der Sonne ausgesetzt sind. Dementsprechend bleibt das Gesicht oft frei. Am häufigsten finden sich Flecke und flache Plaques.

Behandlung: Der akute Ausschlag kann mit topischen Steroidpräparaten behandelt werden. β-Karoten kann als orale Prophylaxe versucht werden. Am wirksamsten ist eine Vorbräunung mit der Psoralen-UV-A- (PUVA-)Therapie oder mit 311-nm-UV-B-Bestrahlung.

Sonnenschutzmittel können hilfreich sein, können an sich aber auch zu einer Lichtunverträglichkeit beitragen. Am besten sind Sonnenschutzmittel mit anorganischen Mikropigmenten geeignet. Den besten Schutz bietet allerdings die Kleidung.

mod. aus: Smolle u. Mader (2005) Beratungsproblem Haut. 2. Auflage, Springer, Heidelberg

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