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13.1.2 Metabolisches Syndrom

Zusatzinfo

Wissenswertes

Bereits 1923 berichtete der Schwede Eskil Kylin über das Hypertonie-Hyperglykämie-Hyperurikämie-Syndrom. In den 60-er Jahren sprach Hellmut Mehnert sehr plakativ vom „Wohlstandssyndrom“, später vom „teuflischen Quartett“. Markolf Hanefeld und Wolfgang Leonhardt prägten 1981 den Ausdruck des „metabolischen Syndroms“ und beschrieben anschaulich die Beziehung zu Herz-Kreislauf-Krankheiten. Der amerikanische Diabetologe Gerald Reaven wies auf eine zugrunde liegende Insulinresistenz hin und wählte für die im Einzelnen noch aufzuklärenden Zusammenhänge den Begriff des „Syndrom X“. In der Folge wurden für das Syndrom u. a. die Bezeichnungen „Insulinresistenz-Syndrom“, „dysmetabolisches Syndrom“ oder „Luxus-Syndrom“ verwendet. (H.U. Janker 2009)

Beim metabolischen Syndrom und/oder Typ-2-Diabetes besteht ein im Vergleich zur Normalbevölkerung um 30 % erhöhtes Risiko für Kolonkarzinome (Riemann 2011).


BMI und Taillenumfang

Gegenwärtige Leitlinien empfehlen zur Abschätzung des Risikos für einen Typ-2-Diabetes primär die Messung des Body-Mass-Index (BMI). Für eine genauere Risikoschätzung ist die Messung von BMI und Taillenumfang, insbesondere auch bei Personen mit Unter- oder Normalgewicht, notwendig (Feller et al. 2010).

Unter- oder normalgewichtige Personen (BMI < 25) mit einem großen Taillenumfang (Männer: > 94 cm; Frauen: > 78,5 cm) haben ein mindestens genauso großes Risiko an Diabetes zu erkranken wie präadipöse Personen (BMI: 25 bis < 30) mit kleinem Taillenumfang. Eine Abweichung von der Orientierung an den gängigen Taillengrenzen (102 cm für Männer, 88 cm für Frauen) scheint unumgänglich (Feller et al. 2010).

Messung des Taillenumfangs

Sie erfolgt üblicherweise mit einem Maßband am stehenden Patienten: Das Maßband wird horizontal in der Mitte zwischen dem Unterrand des Rippenbogens und dem Beckenkamm angelegt.


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