Mader : Fakten - Fälle - Fotos®
Onlineinhalte zum Buch

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

3.13 Physikalisch-medizinische Maßnahmen

Zusatzinfo

Tabelle. Krankengymnastik (KG) bei rheumatischen Erkrankungen. (Seuser u. Ohlert 2002)

Passive Maßnahmen

Lagerung zur Entlastung

Schmerzreduktion

Entstauung und Kontrakturverhütung

Vorsichtige Längsdehnung im Trockenen und im Wasser

Mobilisation

Passives Durchbewegen zur Schmerzlinderung

Kreislaufanregung

Muskelentspannung

Aktive Maßnahmen

Isometrisches Muskeltraining

Kräftigung

Muskelentspannung und Stabilisation durch Anspannung der Muskulatur ohne Bewegung (Isometrie)

Kreislauf- und Ergometertraining

Widerstandsübungen zur Kräftigung und zur Mobilisation auch an medizinischen Trainingsgeräten

Kombinierte Formen/ Sonderformen

Schlingentisch

Neurophysiologische KG

Atemtherapie

KG mit Geräten und Hilfsmitteln

Unterwasserbewegungstherapie

Gehtraining

Gelenkschutz

Rückenschulung

Manuelle Therapie nach Maitland, Brügger, Cyriax und McKenzie

Bewegungslehre nach Klein Vogelbach, Brunkow, Entspannungstechniken u. v. m


Tabelle. Massage bei rheumatischen Erkrankungen. (Seuser u. Ohlert 2002)

Massageform

Methode/Technik

Indikationen

Kontraindikationen

Klassische Massage, Unterwassermassage

Knetung, Streichung, Zirkelung, Rollung, Reibung, Unterwasserdruckmassage

Tendomyosen, Periarthropathien, Muskelatrophien und Paresien

Entzündung der Gefäße, Thrombosen, Blutungen und Blutungsneigung (auch bei Therapie mit Antikoagulanzien), akute Myositis, Hautinfektionen und frische Operationsnarben, Reflexdystrophie, Stadium frischer Traumen, schwere allgemeine Infektions- und Herz-/Kreislauferkrankungen, Fieber, Unterwasserdruckstrahlmassage bei schwerer Osteoporose

Reflexzonenmassage, Bindegewebsmassage

Beeinflussung innerer Organe über kutiviszerale Reflexe

Funktionelle arterielle Durchblutungsstörungen (RaynaudSyndrom), Algodystrophie, gefäßbedingte Kopfschmerzsyndrome (bei wirbelsäulenssoziierten Kopfschmerzen auch mit klassischer Massage kombiniert), funktionelle Organbeschwerden

Lymphdrainage

Streichende Griffe begünstigen den Abfluss aus den Geweben; physikalische Entstauung

Lymphödem, Algodystrophie (jedoch nicht im Stadium I), Sklerodermie im Ödemstadium, Ödeme nach Operation


Tabelle. Wärmetherapie bei rheumatischen Erkrankungen. (Seuser u. Ohlert 2002)

Methoden

Wärme-/Hydrotherapie: Wickel, Bäder etc.

Peloidtherapie (Moor, Fango, Schlick)

Andere Wärmeträger: Heusack etc.

Heiße Rolle: mit kochendem Wasser getränkte Handtuchrolle

Hochfrequenztherapie und Ultraschall

Infrarotbestrahlungen

Ziele

Schmerzlinderung, Entzündungshemmung (in chronischen Phasen)

Muskelentspannung

Auflockerung des Bindegewebes

Hyperämisierung

Stimulation von Phagozytose und Diffusion

Einfluss auf das Zytokinmilieu der Haut

Sedierende Effekte bei großflächiger Thermotherapie

Indikationen

Weichteilrheumatismus und Arthrosen

Chronische Arthritiden (nicht im entzündlichen Stadium)

Degenerative und entzündliche Wirbelsäulenleiden

Kontraindikationen

Arterielle (ab Stadium IIb) und venöse Durchblutungsstörungen

Ödeme aller Art

Blutungen und Blutungsneigung

Tumore

Schwere Herz-/Kreislauferkrankungen (relativ)

Hohes Lebensalter (relativ)

Akute Schultersteife

Gefäßentzündung

Akute Gelenkentzündungen, akuter Bandscheibenvorfall


Tabelle. Kältetherapie bei rheumatischen Erkrankungen. (Seuser u. Ohlert 2002)

Methoden

Eis: Teilbäder, Packungen, Massagen, Abreibungen

Tiefgefrorene Gelbeutel

Leicht verdunstende Flüssigkeiten, z. B. Alkohol

Gekühlte Peloide (Fango und Moor)

Tiefgekühlte Luft

Stickstoff –30 bis –110°C

Elektronisch gesteuerte Kühlbandagen

Ziele

Analgesie, Anästhesie und Entzündungshemmung

Muskelentspannung

Hemmung von Ödemen und Blutungen, Phagozytose und Enzymreaktionen

Bei Kurzzeitapplikation reaktive Hyperämie

Bewegungsförderung

Indikationen

Akute und subakute Arthritiden aller Art (auch Gicht im Anfall)

Aktivierte Arthrose

Versuchsweise bei nichtentzündlichen Arthrosen

Akute entzündliche Schultersteife Akute Schleimhautentzündung und Tennisellenbogen

Indikationen

Algodystrophie Stadium I

Gelenkblockierungen und akuten Tendomyosen

Versuchsweise bei Fibromyalgie als Ganzkörperkältetherapie

Nach Operationen an Gelenken, Sehnen und Bandscheiben

In Kombination mit Physiotherapie auf neurophysiologischer Grundlage bei neurologischen Erkrankungen und bei rheumatischen Leiden

Kontraindikationen

Schwere Allgemeinleiden

Fieber

Nieren- und Blasenaffektion

Kälteüberempfindlichkeit aller Art

Raynaud-Syndrom

Vaskulitis

Sklerodermie

Sonderform

Ganzkörperkältetherapien in geschlossenen Kältekammern oder mit offenem System von – 60°C bis –100°C mit besonders intensiven Wirkungen


Tabelle. Elektrotherapie bei rheumatischen Erkrankungen. (Seuser u. Ohlert 2002)

Methoden

Niederfrequenztherapie (Ströme 0–1.000 Hz), galvanischer Strom: Galvanisation, Iontophorese, Stanger-Bad und Zellenbad, Reizströme, Stromimpulse (z. B. transkutane elektrische Nervenstimulation, TENS), diadynamische Ströme u. a.

Mittelfrequenztherapie (100 Hz–100 kHz), Interferenzstromtherapie (Nemec, Wechselstrom), Wechselstromtherapie (Wymoton)

Hochfrequenztherapie (Wechselströme bzw. elektromagnetische Wellen mit einer Frequenz von 500–5.000 MHz: Kurzwellen, Dezimeterwellen und Mikrowellen)

Ziele

Niederfrequenz- und Mittelfrequenztherapie: Schmerzstillung, Hyperämisierung und Tonisierung der Muskulatur

Bäder, zusätzlich thermische und muskeldetonisierende Effekte

Iontophorese (zusätzlich medikamentöse Wirkung, Medikamente: Antiphlogistika, Lokalanästhetika)

Reizströme und Wymoton mit Möglichkeiten der Muskelkontraktion

Indikationen

Weichteilrheumatismus: Tendomyosen, Periarthropatien

Nichtaktivierte Arthrosen und chronische Arthritiden

Muskelatrophie

Neuropathie

Paresen

Schmerzzustände verschiedener Art

Kontraindikationen

Hautkrankheiten, Verletzungen (Niederfrequenztherapie)

Herzschrittmacher sowie Metallteile, z. B. künstliche Gelenke, Nägel und Metallplatten im Behandlungsgebiet bei Hochfrequenztherapie (auch generell)

Fieberhafte und Infektionskrankheiten

Akute Entzündungen

Schwere Sensibilitätsstörungen


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Copyright 2014-2020 • Prof. Dr. med. Frank H. Mader