Mader : Fakten - Fälle - Fotos®
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4.3 Abszesse, Furunkel, Karbunkel, Follikulitis, Parulis

Zusatzinfo

Wissenswertes

Antibiotika wurden vor rund 70 Jahren für den breiten Einsatz in der Humanmedizin eingeführt und haben sicherlich entscheidend zu den Fortschritten in der modernen Medizin beigetragen. Antibiotika sind - neben Chemotherapeutika (im Sinne von Onkologika) - die einzige Medikamentenklasse, die ihre heilende Wirkung durch die Abtötung von lebenden Zellen erreichen; sie wirken kausal und kurativ, d.h. bei sehr kurzer Therapiedauer. Die wirksamste Infektionsbehandlung sollte bereits 1910 nach dem Prinzip von Paul Ehrlich (1854 - 1915) "frapper fort et frapper vite" erfolgen. Fast 100 Jahre dauerte es, bis dieser Grundsatz als "hit early, hit hard" zur Sepsistherapie empfohlen wurde. In ähnlicher Weise äußerte sich 1945 der Nobelpreisträger Alexander Fleming (1881 - 1955), als er das Problem der Unterdosierung von Antibiotika und der daraus folgenden Resistenzentwicklung darstellte und davor warnte, dass ein unkontrollierter Einsatz von Penicillin dieses Medikament früher oder später unwirksam mache (Geiss 2016).


Fallbeispiel

Kasuistik 4.3-1: „Heut‘ noch nach Ungarn“

Freitag, Spätnachmittag. „Nur gut, dass ich Sie noch antreffe, Frau Doktor. Ich brauche bloß eine richtig gute Salbe für meinen Zinken. Heute Nacht muss ich mit meinem LKW noch nach Ungarn.“ (vgl. Foto unten)

Ärztin: Jetzt tun Sie bitte mal langsam!

„Eine Aspirin habe ich auch schon genommen. Ich glaub‘, ich frier‘ so, ich kriege eine Grippe.“

Wie lang haben Sie das schon mit Ihrer Nase?

„Ich komme gerade von Kopenhagen, da ist es losgegangen. Aber das hab‘ ich schon mal gehabt. Da habe ich auch so eine gute Salbe gehabt. Ich neig‘ zu dem Zeug im Gesicht.“

Übung:

Gruppenarbeit (5 min)

  1. Fühlt sich der Patient krank?
  2. Ist der Patient krank?
  3. Was vermuten Sie?
  4. Welchen abwendbar gefährlichen Verlauf bedenken Sie?
  5. Was untersuchen Sie?
  6. Wie handeln und behandeln Sie in diesem Fall?

Schmerzhafte Nasenspitze

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